Fidy vonne Ruhr
Bilder und Geschichten
aus dem Ruhrgebiet

Erinnerungen 1951-1965 Teil 1


Als ich im Sommer 1951 im Alter von 7 Jahren aus der Eifel nach Dortmund-Huckarde kam, war das ein tiefer Einschnitt in mein Leben. Plötzlich waren die alten Schulfreunde, Nachbarn und die vertraute Umgebung einfach weg und ich befand mich im "Kohlenpott".
Da gab es zwar eine tolle Wohnung (3,5 Zimmer auf etwa 55qm für 4 Personen) aber ein Umfeld, an das man sich erst gewöhnen musste.

Hier gab es keine saubere Luft, sondern Smog und Dreck. Deutschland hatte die Folgen der alliierten Bombenangriffe noch immer nicht ganz beseitigt und die Städte waren noch voller Ruinen.
Wie die Hinterhöfe um 1951 in meiner Nähe aussahen, zeigt das folgende Bild.

Wir hatten als Kinder kein teures Spielzeug, vielmehr machten wir selbst aktive Spiele wie "Verstecken", Hinkeln, Völkerball, Fußball, Murmelspiel, versuchten Rollenspiele wie "Mutter und Kind" oder das Spiel "Deutschland erklärt den Krieg gegen..." Natürlich wurden wir auch zu allerlei Hilfeleistungen von den Erwachsenen heran gezogen. Dazu gehörten z. B. Einkaufen von Kleinigkeiten, Futter für Haustiere wie Kaninchen suchen und schneiden, Pferdeäpfel oder Schafsmist für die Gartenparzelle einsammeln oder bei der Gartenarbeit helfen.

Damals gehörte fast zu jeder Wohnung eine Parzelle Grabeland auf den Hinterhöfen, die nach dem Krieg hauptsächlich mit Gemüse bepflanzt wurde. Oftmals wurden kleine Ställe für Kleinvieh wie Kaninchen oder Hühner dort errichtet.Mit zunehmenden Wohlstand gab es immer mehr Blumen und Rasen und später verschwanden die Nutzpflanzen fast vollständig.


Heute sind viele der ehemaligen Parzellen von den Wohnungsgesellschaften (Oftmals "Heuschrecken") einkassiert und mit Garagen oder neuen Häusern bebaut worden.
Auf den restlichen Parzellen stehen heute teilweise moderne Holzhütten und private Grillplätze...