Fidy vonne Ruhr
Bilder und Geschichten
aus dem Ruhrgebiet

Eisblumen

Was heutige Kinder nicht mehr kennen:

Eisblumen!

In der Nachkriegszeit bis weit in 1960er und 1970er Jahre hinein waren Isolierfenster noch kein Standard in den Arbeiterwohnungen des Ruhrgebiets. 
Die mit einfachem Fensterglas versehenen Fenster beschlugen bei kühler Witterung sehr schnell und bei Frost bildeten sich dann Eiskristalle in bizarren und wunderschönen Ornamenten. Wir nannten diese Gebilde Eisblumen.
Wenn man nach draußen schauen wollte, hauchte man die Scheiben an und taute somit das Eis auf. Unsere Eltern waren oft bemüht, Kondensbildung oder Eisblumen zu verhindern oder zu beseitigen. 
Am unteren Fensterrahmen befand sich eine Ablaufrinne, in der sich das Tauwasser der Eisblumen sammeln konnte. 
Leider froren die Abflusslöcher nach draußen oftmals ein, so dass sich das Wasser dann staute oder auf die Fensterbank lief. In diesen Fällen erhitzte man eine Stricknadel an einer offenen Flamme und taute damit das Eis im Abflussloch auf.
Das oben gezeigte Bild hat Bernhard Sehrbrock 1968 gemacht und es zeigt seine Söhne beim Bewundern der Eisblumen am Fenster.