Fidy vonne Ruhr
Bilder und Geschichten
aus dem Ruhrgebiet

Die Alpen des Ruhrgebiets

Die Alpen des Ruhrgebiets
 
ein Bild
Das Bild zeigt die Halde der ehem Zeche Kaiser Friedrich um 1962.
In den 1960er Jahren wurde sie  vollständig abgetragen und
das Material  unter anderem beim Bau der Autobahn A45 verwendet.

Noch bis etwa Anfang der 70er Jahre erkannte man das Ruhrgebiet an seinen Fördertürmen, hohen rauchenden Schloten, dampfenden Kühltürmen, großen Gasometern, Hochöfen und nicht zuletzt an den Spitzkegeln der Bergehalden.

Bergehalden entstanden, um den nicht kohlehaltigen Aushub der Zechen kostengünstig zu lagern. Über Transportbänder wurde das Gestein und Erdmaterial aus der Tiefe zu hohen Bergen aufgetürmt, die stark an ein Alpenpanorama erinnerten.

Im Fall der oben gezeigten Halde der im Jahre 1925 still gelegten Zeche und Kokerei Kaiser Friedrich in Menglinghausen (heute Dortmund) wurde auch Hochofenschlacke abgelagert. Die per Seilbahn zum Stahlwerk der "Union" transportierten Loren mit Koks wurden für den Rückweg mit Hochofen-Schlacke beladen, die auf der Halde von Kaiser Friedrich abgelagert wurde.

Da dieser Aushub keinerlei Humus enthielt, blieben die Bergehalden oft sehr lange kahl und Pflanzen hatten es sehr schwer, wegen der starken Erosion Fuß zu fassen.

Das Besteigen dieser steilen Berge war sehr gefährlich und verboten. Jedenfalls stand das seinerzeit immer auf Schildern an den Halden. Als Kinder haben wir das aber einfach ignoriert und kletterten des öfteren schon mal auf unsere heimischen Alpen. Unser bevorugtes Revier war damals die heute reduzierte Halde Hallerey in DO-Dorstfeld. Am schönsten war das Herunterrutschen auf einem Stück Pappe. Aber es war auch gefährlich und oft genug gab es Hautabschürfungen, kaputte Schuhe und Kleidung und anschließend Ärger mit den Eltern.


Die Reste der Halde Hallerey in DO-Dorstfeld
Heute sind die meisten Halden abgeflacht, begrünt und begehbar. Sie sind in die Naherholungsanlagen der jeweiligen Umgebung integriert, wie man auf dem Foto von der Bergehalde Gotthelf aus Dortmund-Hombruch sieht.
 
Die Halde der Zeche Kaiser Friedrich (Bild ganz oben) wurde ab 1969 abgetragen, weil das Material zum Bau der Autobahn A45 (Sauerlandlinie) verwendet werden konnte. Die Halde der Zeche Gotthelf in Dortmund-Hombruch (unteres Bild) wurde abgeflacht und ist über angelegte Wege begehbar.


Die begrünte Halde Gotthelf in DO-Hombruch